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Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben
seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen
Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation
und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Sozialgerichte stärken die
Rechte von Schmerzpatienten gegenüber Rentenversicherungen:
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Informationen über
Schmerzerkrankungen Vorweg eine neuere, sehr wichtige Erkenntnis: Daß eine Bandscheibenoperation längerfristig gesundheitliche Vorteile bringt ist, nach einer neueren Analyse von 1200 Publikationen nicht belegt. Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news232256 Ein Bandscheibenvorfall ist eine durch Überbeanspruchung und Abnutzung entstandene pathologische (= krankhafte) Veränderung der Ban dscheiben. Die Ban dscheiben sind knorpelige Strukturen, welche in der Wirbelsäule zwischen den Wir belkörpern angeordnet sind und dort eine Pufferungs- oder Federungs-Funktion übernehmen. Anders gesagt: Alle Erschütterungen, die auf unsere Wir belsäule beim Laufen, Autofahren, Fahrradfahren oder beim schweren Heben, einwirken, werden von den Ban dscheiben abgefedert. Die Bandscheiben sind aus zwei verschiedenen Geweben aufgebaut. In der Mitte besitzen sie einen gallertartigen Kern, den Nucleus pulposus. Umgeben ist dieser von einem Knorpelring, welcher aus faserartigem Material aufgebaut ist (Anulus fibrosus). Nun ist verständlich, daß diese Knorpelscheiben im Laufe der Zeit durch die ständigen Belastungen Veränderungen unterliegen. Sie verlieren Flüssigkeit und damit Elastizität. Es finden knöcherne Umbauten statt, d.h. Teile des Knorpelgewebes werden kalzifiziert, also zu Knochen umgewandelt. Derartig verändert können die Ban dscheiben den Belastungen des Alltags natürlich wesentlich schlechter standhalten; es kommt, meistens als schleichender Vorgang, selten von einem Tag auf den anderen, zu einem Bandscheibenvorfall. Hierbei drückt die Ban dscheibe in den direkt benachbarten Wir belkanal, in welchem die Nervenstränge des Rücken marks verlaufen. Wenn bei diesem Vorfal l Teile der intakten Ban dscheibe in den Wir belkanal eindringen, also mit ihrem äußerem Faserring, spricht man von einer Diskusprotrusion. Von einem Bandscheibenvorfall spricht man, wenn der Anulus fibrosus durchbrochen ist und der gallertartige Kern in den Wir belkanal eindringt. Lösen sich einzelne Teile der Ban dscheibe und liegen isoliert im Wir belkanal, spricht man von einem Sequester bzw. von einem sequestrierten Vorfal l. Wie bemerkt der Patient einen Bandscheibenvorfall? Erst einmal muß man sich hierzu die Anatomie (= den Aufbau) der Wir belsäule vor Augen führen. Im Bereich der Brustwirbelsäule sind die Wir belkörper (und damit die Ban dscheiben ebenso) zusätzlich durch die Rippen und die Zwischenrippen muskulatur fixiert. In diesem Bereich tritt ein Bandscheibenvorfall praktisch nie auf. Die anfälligen Bereiche der Wir belsäule für einen Bandscheibenvorfall sind die Lendenwirbelsäule und die Halswirbelsäule, wobei Vorfälle im Bereich der Lenden - und Sakralwir belsäule ca. um den Faktor 100 häufiger sind, verständlich, da hier wesentlich größere Kräfte wirken als im Halsberei ch. Die Symptome, welche der Patient bemerkt, rühren von der Kompression der Nervenwurzel im Wir belkanal her. Es kommt zu Schmerzen, Parästhesien (= Missempfindungen), Muskel schwäche, im schlimmeren Fall sogar zu Lähmungen, welche sich genau dem Innervationsgebiet (= Versorgungsgebiet) des betroffenen Nerven zuordnen lassen. Die für diesen Nerv typischen Reflexe (z.B. Patellarsehnenreflex oder Achillessehnenreflex) lassen sich nicht mehr, oder nur noch abgeschwächt, auslösen. Besteht die Nervenkompression längere Zeit, bauen die von diesem Nerven innervierten Muskeln ab, man spricht von Mus kel-Atrophie. Der Bandscheibenvorfall im Lende n/Sakralwir belbereich führt so zu einem veränderten Gangbild des Patienten. Er kann nur noch schlecht oder gar nicht mehr laufen, hat Probleme aus der Hocke aufzustehen oder kann die große Zehe nicht mehr gegen Widerstand nach oben strecken (was dazu führt, dass der Betroffene häufig stolpert, da er mit der Ze he hängen bleibt). Wie wird die Diagnose gestellt? Als erstes führt der Arzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten, um sich ein genaues Bild von der Entstehung der Probleme zu machen (die sog. Anamneseerhebung). Der nächste Schritt ist die klinische Untersuchung. Wie oben bereits erwähnt, hat jede Ner venwurzel eine Muskelgruppe, welche im Falle der Kompression durch einen Bandscheibenvorfall beeinträchtigt ist (Kennmuskel), einen bestimmten Reflex, welcher ausfällt oder abgeschwächt ist sowie ein Hautareal (Dermatom) in welchem die Empfindung gestört ist:
Aufgrund der Ausfälle in diesen Innervationsgebieten kann der Arzt, meist ein Neurologe, hier schon eine genaue Aussage über den Ort des Vorfalls treffen. Um die Diagnose sicher zu bestätigen, sind heutzutage die bildgebenden Verfahren das Mittel der Wahl. Die Computertomographie oder die Kernspintomographie können hier sehr genaue Aussagen über Lokalisation und Größe des Vorfalls liefern. Eine derartige Untersuchung ist für die sichere Diagnose heutzutage obligat (= zwingend). Die Therapie
Leider sehen wir in unserer Schmerzklinik relativ häufig Patienten nach Bandschei benoperationen. Man fragt sich natürlich zu Recht, warum wurde eine spezielle Schmerztherapie nicht vorher versucht ??
Medikamentöse Schmerzbehandlung: Chirotherapie
Therapeutische Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika): Infiltrative
Lokalanästhesie
(= Infiltration mit einem örtlichen Betäubungsmittel): Periphere
temporäre
(= oberflächliche, zeitlich begrenzte)
Nervenblockade
n: Im Bereich der
Beine können
bei entsprechender radikulärer oder pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung
(=
Schmerzen die auf
eine tatsächlich oder scheinbar geschädigte Ner
venwurzel zurückzuführen
sind) der vordere
Oberschenkel
nerv (N. femoralis) und / oder der
Ischias
nerv wiederholt blockiert werden, in hartnäckigen Fällen mit Katheter (*
siehe unten). Statt mit einem örtlichen
Betäubungsmittel können die aufgeführten, rückenmarknahen Blockaden auch mit
einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt werden, allerdings ist dabei die
oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit hinaus anhaltende Wirkung deutlich
weniger ausgeprägt. * Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Physikalische
Therapie: Andere
Therapiemaßnahmen: Der Vollständigkeit halber
darf auch die
Akupunktur (Schmerzakupunktur)
nicht unerwähnt bleiben. Wenn alle konservativen Therapieansätze versagen, kommt nur noch eine Operation in Frage, wobei aber die Indikation (= Anzeige) zu einer Bandschei benoperation in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt worden ist. Als Grund für eine Operation ist das Krankheitszeichen "Rückenschmerz" oder „Kreuzschmerz“ in den Hintergrund getreten, weil eben die Erfolgsquote leider nicht besonders hoch ist. Man fragt sich deshalb auch immer wieder, warum vor einer Operation nicht zuerst eine spezielle Schmerztherapie versucht wurde. Als relative Indikation (= Anzeige) gilt allenfalls ein unerträglicher, therapieresistenter (= nichts hilft) Rückenschmerz. Kommt man um eine Operation nicht herum, so bieten die Methoden der modernen Schmerztherapie optimale Voraussetzungen für eine nachfolgende Anschlußheilbehandlung (Anschlußrehabilitation). Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken). Die Operation besteht meist darin, die vorgefallenen Bestandteile der Ban dscheibe zu entfernen. Dies ist heutzutage auch mikrochirurgisch möglich, d.h. es werden nur noch sehr kleine Schnitte benötigt. Verfahren, bei denen versucht wurde, den Vorfal l enzymatisch aufzulösen, sind heutzutage wieder weitgehend verlassen. Allerdings kann das vorgefallene Material durchaus auch anhand eines Lasers anstelle von Schneidewerkzeugen entfernt werden. Da auch auf der operierten Etage später wieder neues Bandscheibenmaterial austreten kann, werden die beiden betroffenen Wir belkörper manchmal miteinander fusioniert. Dies geschieht anhand von Schrauben und Platten, meist aus Titan. Eine solche Versteifung ist allerdings nicht nach jedem Bandscheibenvorfall notwendig. Die invasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.
Haftungshinweis:
Aktualisiert:>10.08.2008</> kusB |